Über uns / about us

Das "ResiDance Orchester Cassel e.V." spielt Tanz-und Unterhaltungsmusik der 1920er bis 40er Jahre nach Originalarrangements dieser Zeit, wobei auf eine authentische Wiedergabe der Musik größten Wert gelegt wird.

Am Anfang der 20er Jahre spielte unser Vorbildorchester unter der Leitung des jungen Bernard Etté im "Residenz-Café" in der Königsstraße zum Tanz auf. Kassel war bis 1918 Residenzstadt und wurde bis 1927 mit "C" geschrieben. Diese Tradition lassen wir, das ResiDance Orchester Cassel, wieder aufleben. Vielleicht haben Sie ja Lust, uns bei einem unserer nächsten Auftritte zu besuchen oder uns einmal zu engagieren.

 

"Wir machen Musik, da geht Euch der Hut hoch…!"

Das "ResiDance Orchester" unter Leitung von Kai-Michael Schirmer versetzt sein Publikum in die Ballsaal-Atmosphäre der 20er Jahre. Abwechslungsreich und in authentischer Weise spielt das Orchester Foxtrotts, Walzer, Tangos, Rumbas, Two-Steps sowie „exotische“ Stücke nach Originalarrangements. Lassen Sie sich von uns musikalisch in eine andere Zeit entführen…
Der Zeit entrückt und mit Spielfreude dargeboten erklingen die für diese Musik typischen dreistimmigen Klarinetten- und Saxophonsätze: Gedämpfte oder strahlende Trompeten und Posaunen, virtuose Violinen und Cello sowie die lieblichen Töne der Flöte. Die Rhythmusgruppe bestehend aus Klavier, Kontrabass, Sousaphon, Schlagzeug und Banjo runden den Klang des Orchesters ab.
Conférencier und Sänger Rainer Nentwig sowie verschiedene Gastsängerinnen verleihen dem Auftritt des Orchesters die entsprechende Würze.

Wir spielen für Sie aus unserem Repertoire u.a

Veronika der Lenz ist da; Besame Mucho; Puttin' on the Ritz; Mackie Messer; Oh, Donna Clara; Du bist in letzter Zeit so schrecklich blond geworden; Die Juliska aus Budapest; Walzer Nr. 2 - Second Waltz; La Cumparsita; Hoch droben auf dem Berg; Adieu, mein kleiner Gardeoffizier; Stormy Weather; So schön wie heut; Irgendwo auf der Welt; Charleston; Wir machen Musik

 

Geschichtliches zur Musik

Der Rhythmus, die Vielfältigkeit im Klang, die Ironie sowie die kritischen Inhalte der Texte aus der Zeit spiegen das Lebensgefühl der Gesellschaft wider.

Viele Komponisten, Textdichter, Arrangeure, Orchesterchefs, Musiker und Produzenten waren politisch andersdenkend oder jüdischer Herkunft. Sie mussten nach der Machtübernahme der Nazis 1933 Deutschland und nach 1938 auch Österreich verlassen und wurden ihrer Existenzgrundlage beraubt. Viele überlebten diese Zeit nicht.

 

Arrangements

Aus einem Fundus von mehr als 2500 Originalarrangements der Jahre 1920 bis 1950 erarbeiten wir die schönsten und bekanntesten Stücke.
Immer auf der Suche nach den Schätzen dieser Zeit rufen wir alle interessierten Musikliebhaber auf, Notenmaterial vom Dachboden oder aus dem Keller nicht fortzuwerfen, sondern uns zum Sichten anzubieten und bereitzustellen.

 

 

Alle Sammler mögen, bitte, mit uns in Kontakt treten!

Kontakt / contact

 

 

Jugenderinnerungen

Das "Residenz-Café"

Das "Resi", wie es liebevoll von der Kasseler Bevölkerung genannt wurde, war ein Anziehungspunkt für die Jünglinge und jungen Damen, aber auch für die Herren und reiferen Damen. Hier wurden bereits am frühen Nachmittag von hervorragenden Tanz- und Unterhaltungsorchestern einschmeichelnde Weisen gespielt. Und noch eine Besonderheit hatte das "Resi": In einem kleinen Nebenraum, der auch einen Zugang zum Lokal hatte, wurden von Automaten preiswerte Getränke und kleine Imbisse abgegeben. Wenn wieder einmal Ebbe im Portemonnaie war, konnte man auf diese Art und Weise günstig der Musik im Saal lauschen.

Natürlich hatte das "Resi" auch eine umfangreiche Vorgeschichte. Für seinen Schwager, den Oberappellationsgerichtsrat Ph. Kopp, hatte Simon Louis du Ry 1767 das ursprüngliche Haus gebaut. In der Folge wechselten dann die Besitzer des Hauses. 1799 war Andreas Thorbecke Eigentümer, 1817 folgte der Tabakfabrikant Strubberg. Aus dieser Zeit stammt auch der Spitzname des Hauses, "Tabakdose". Als letzte Inhaberin des alten Hauses ist im Adressbuch die Gattin von Dr. Pfeifer aufgeführt.

Zunächst führte das neue Haus den Namen "Kaiserhalle". Dieser wurde aber bereits 1888 zum "Wiener Café" umgebaut und bis 1895 von Arthur Kraszil geführt. Danach übernahm Berthold Jung das Lokal und gab ihm seinen bekannten und beliebten Namen "Residenz-Café", kurz "Resi" genannt.

Nach dem Tode von Berthold Jung im Jahre 1911 übernahm Gottfried Teichmann das Lokal. Teichmann war im Ausland tätig gewesen und hatte sich umfangreiche Kenntnisse in der Gastronomie angeeignet. Unter seiner Leitung wurden die bereits anfangs erwähnten Spitzenkapellen des In- und Auslandes im "Resi" verpflichtet. Zu den Besuchern gehörten auch die Offiziere der Garnison, vornehmlich auch die Husaren. Sie hatten ihre Stammplätze, separat von den übrigen Besuchern, in kleinen, an der Seite gelegenen Logen.

Nach Gottfried Teichmann leitete Otto Fischer das "Resi". Bereits 1925 kaufte der Gastronom Franz Dorn die Lokalität und übertrug seinem Schwiegersohn Max Krippendorf die Leitung. In den "Goldenen Zwanzigerjahren" trafen sich zahlreiche junge Leute, die teilweise bis in die frühen Morgenstunden über künstlerische, politische und allgemeine Fragen intensiv diskutierten.

Aber all diese Herrlichkeiten fanden ein jähes Ende mit dem Zweiten Weltkrieg. Im Bombenhagel ging auch das beliebte "Resi" unter. Eine Wiederauferstehung nach dem Weltkrieg war beim Wiederaufbau nicht gegeben. Geschäfte verschiedener Art zogen ein. Aber auch diese haben nur eine gewisse Zeit überlebt. Heute befindet sich an gleicher Stelle die "Königsgalerie".

Orchesterkontakt / orchester contact

E-Mail / email: info@residanceorchester-cassel.de

 

Telefon / phone:

+49 177 8345422

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© Stephan Bernd